Warum ist es an der Lahn so schön ? 

Ja richtig gelesen. Diesmal geht es nicht um den mächtigen Strom von Basel bis Rotterdam sondern um den idyllischen Wasserlauf zwischen Wetzlar und Bad Ems. 
In diesem Jahr hatte Fahrtenleiter Klaus Schwarz zur traditionellen Herbsttour auf der Lahn auch in den Vereinen eingeladen, die unserem RVE seit Jahren freundschaftlich verbunden sind. Neben den Eltvillern Klaus und Ursel Schwarz, Brigitte und Rainer Sommer und Norbert Hämmerer waren auch Kameradinnen und Kameraden aus der Rudergesellschaft Speyer, dem Mündener Ruderverein und dem Ruderverein Bad Ems mit dabei als die Boote in Wetzlar zu Wasser gelassen wurden. 

Donnerstag 19.10.2017

Ja, an der Lahn ist es schön. Die malerische Ansicht der Stadt Wetzlar gekrönt vom mittelalterlichen Dom kann mithalten mit den Städten am Rheinufer. Wenn man dann mit dem Boot ruhig durch das wiesengesäumte Tal nach Weilburg gleitet, vermisst man den Rhein mit seiner hektischen Berufsschiffart und dem Lärm von zwei Bahnlinien und Autostraßen an den Ufern überhaupt nicht.

Nicht verschweigen sollte man aber, dass auf der Lahn etwas anderes „nervt“:

Die Schleusen.

Jedes Mal: Am Ufer anlegen. Klaus steigt aus. Kurbelt mühevoll das obere Tor auf. Wir fahren vorsichtig rein. Suchen Halt am Kammerrand. Klaus kurbelt mühevoll das obere Tor zu. Läuft zum anderen Ende der Kammer. Öffnet den Wasserauslass. Wir sinken, ängstlich um die Balance der Boote bemüht, im turbulenten Wasser nach unten. Klaus kurbelt mühevoll das untere Tor auf. Wir fahren raus. Das Boot, in dem Klaus mitfährt legt seitlich an und wartet. Die anderen fahren schon mal los. Klaus kurbelt mühevoll das untere Tor zu und öffnet oben den Wassereinlass. Dann läuft Klaus zum Boot und steigt ein. Und wir nehmen ihn mit, denn wir brauchen ihn ja wieder bei der nächsten Schleuse.
Auf unserer Fahrt waren es ja (nur!) 15 Schleusen, Gott sei Dank ab Limburg mit Schleusenwärter.

Freitag 20.10.2017 

Weilburg. So etwas hat der Rhein nicht zu bieten. Ein prächtiges Schloss auf einem Felssporn in der Lahnschleife direkt oberhalb der Boote. Und wir fahren unter dem Schloß in einem antiken Bootstunnel durch den Fels. Das war vor allem für Ursel Ries von der Weser und Andrea Vogel aus Speyer ein einmaliges Erlebnis. Spektakulär geht es weiter bis Limburg. Die mächtige Burg von Runkel, malerisch wie am Rhein nur näher und eindruckvoller. Im Tal die historische Brücke und eine Schleusenausfahrt, die wegen der sofort einsetzenden Querströmung alle Anstrengung braucht, um nicht an der Böschung zu stranden. Die hochaufragende Basilika von Dietkirchen fast senkrecht über unseren Booten auf einem Felsen und zum Schluß die Einfahrt in den Hafen des Ruderclubs Limburg, direkt unterhalb des prächtigen, romanischen Doms.

Samstag 21.10.2017

Der Mittelrhein im Kleinformat, so kann wohl den jetzt folgenden Lahnabschnitt von Limburg bis Bad Ems bezeichnen. Ein eng eingeschnittenes Tal mit Schlössern (Diez), Burgen (Balduinstein), Klöstern (Arnstein) und Weinbergen (Oberhof). Schön wie am Rhein doch ruhig und heimelig. Leider setzte leichter Regen ein. Aber wie an jedem Tag hielt das reichliche und köstliche von Ursel Schwarz bereitete Picknick die Stimmung hoch. So erreichten wir gut gestärkt Laurenburg.

Sonntag 22.10.2017

Wer im Herbst auf der Lahn unterwegs ist, geht den unzähligen und  undisziplinierten Kaufahrern aus dem Weg. Er riskiert allerdings schlechteres Wetter als im Sommer. So war es. Der Sonntag empfing uns mit massivem Regen. Die Regenkleidung hielt uns einigermaßen trocken und  kräftiges Rudern half gegen die Kälte. So erreichten wir leidlich wohlbehalten den malerischen Weinort Obernhof mit der imposanten Kulisse des Klosters Arnstein. Ein unbedingtes Muss ist dann das Mittagessen im Weingut Massengeil. Lahnwein und Schwiebelschnitzel sind die Spezialität dieser kultigen Straußwirtschaft und lohnen eine Fahrt nach Obernhof auch ohne Boot. Eigentlich wollten wir am Nachmittag weiter nach Bad Ems. Doch der starke Regen nötigte uns, die Boote direkt aufzuladen und über die Bäderstraße nach Eltville zurück zu fahren.

Es war eine gelungene viertägige Fahrt durch das Lahntal im Schmuck der herbstlich gefärbten Wälder. Der Rhein wird besungen und von Dichtern gefeiert. Die Lahn hätte nicht minder verdient, dass man ihre Schönheit und insbesondere ihren herbstlichen Zauber rühmte. Klaus und Ursel Schwarz wissen das und nehmen uns seit vielen Jahren mit auf die Wanderreise auf diesen kleinen aber feinen Fluss. Von Herzen Dank!

 

Bericht: Norbert Hämmere; Fotos: Klaus Schwarz